When Rivers Meet: Kreative Beziehungskisten

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When Rivers Meet: Kreative Beziehungskisten

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Wo viele Paare nach 16 gemeinsamen Jahren entweder die Scheidung einreichen oder in eine Art symbiotische Koexistenz verfallen, ziehen Grace und Aaron Bond nochmal richtig an. Vor fünf Jahren haben die attraktiven Eheleute und Künstler aus England ihre Beziehung auf ein neues Level gehoben und angefangen, miteinander zu musizieren. Erst noch unter dem Banner Holmes & Bond, dann nach der Heirat als When Rivers Meet. Unter diesem Bandnamen haben die beiden alleine in den letzten dreizehn Monaten zwei EPs veröffentlicht und legen jetzt mit WE FLY FREE ihr Debütalbum vor, auf dem sie ihren modernen, kraftvollen und subtil von Goth angehauchten Blues Rock auf zwölf Songs ausweiten. „Wir waren einfach so im Flow nach den beiden EPs, dass wir immer weiter schreiben wollten. Als wir dann auch noch unseren Producer Adam gefunden hatten, gab es kein kreatives Halten mehr. Wir arbeiten schubweise, deshalb ging das alles Schlag auf Schlag“, so Grace, die den Hauptteil der Vocals, die Resonator-Mandoline und diverse Geigen zum Sound beisteuert. Zusammen wohnen, zusammen arbeiten, zusammen Musik machen. Kann das wirklich funktionieren?

„Auf jeden Fall“ meinen die beiden einstimmig im Skype-Interview. „Anfangs mussten wir schon erst einen guten Weg finden, um miteinander kreativ zu sein, ohne ständig zu streiten. Aber eigentlich steckt da bei uns kein großes Geheimnis dahinter, das wir anderen in Form eines Beziehungstipps verraten könnten. Wir sind einfach so ein Paar, das alles miteinander macht. Wenn wir im Studio sind und einer geht schnell Bier holen, dann kommt der andere mit“, erzählt Grace lachend. Einzig und alleine während des Songwritings trennen sie und Aaron sich, zumindest gedanklich: „Mir fällt beispielsweise eine Melodie ein und Aaron schreibt die Lyrics dazu. Dann gehen wir in getrennte Räume und ziehen unser eigenes Ding durch. Manchmal legt mir Aaron fünf Seiten mit Texten hin. Ich suche aus, was mir gefällt und dann formen wir daraus gemeinsam eine Geschichte.“, erklärt Grace diesen Prozess. Viel über die Standardthemen Liebe oder Beziehungskisten komme dabei nicht herum: „Ich schreibe lieber uneindeutige Texte, die auf mehreren Ebenen funktionieren. Die sich der Hörer selbst auf seine Lebenswelt zuschneiden kann.“, so Gitarrist und Sänger Aaron.

Seine Frau ergänzt: „Wir haben eher maskuline Texte, wenn man das so sagen kann und keine soften Erzählungen. Nicht, dass mit solchen Geschichten etwas falsch wäre, aber ein simples Liebeslied würde Aaron einfach nicht in den Sinn kommen. Der romantischste Song, den wir haben, ist wahrscheinlich ›Bury My Body‹.“ Bei so viel Konsens überrascht es nicht weiter, dass die beiden auch gemeinsam entschieden haben, ihre Jobs gleichzeitig an den Nagel zu hängen, um sich vollkommen auf die Musik zu konzentrieren. Während viele ihrer Kollegen eine solche Entscheidung gerade zu Corona-Zeiten zutiefst bereuen, haben When Rivers Meet von diesem Wendepunkt in ihrem Leben richtig profitiert: „Jeden Samstag gehen wir live auf Facebook. Wir plaudern mit unseren Fans, spielen ein paar Songs, hängen gemeinsam ab. Wir bringen eine angenehme Atmosphäre in das Zuhause der Zuschauer. Seit wir das regelmäßig machen, ist die Anzahl unserer Follower explodiert und wächst ständig.“

Damit das in Zukunft auch so bleibt, streamt das Paar während der Corona-Pandemie munter weiter: „Wir konzentrieren uns wirklich voll auf Online, damit wir mit einer großen Fanbase durchstarten können, wenn ein normales Touren wieder möglich ist. Grundsätzlich versuchen wir immer, uns auf das zu konzentrieren, was wir tun können und nicht auf das, was nicht geht. Und wenn das neue Album veröffentlicht ist, fokussieren wir uns auf das nächste.“

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