Review: Keith Richards – TALK IS CHEAP (SUPER DELUXE EDITION)

-

Review: Keith Richards – TALK IS CHEAP (SUPER DELUXE EDITION)

- Advertisment -

Keith Richards Talk Is Cheap

Nimm’s nicht so schwer, mach ein Soloalbum: Mr. Richards’ Debüt als erweiterte Luxusausgabe zum 30. Jubiläum.

Lange Zeit verstand es das Human Riff, ein wie auch immer geartetes Solowerk hinauszuzögern. Sah es der eiserne Blues- und Rock’n’­Roll-Aficionado doch als oberste Pflicht an, einzig und allein dem Unternehmen Rolling Stones als braver Soldat zu dienen. Erst nachdem die Kollegen Bill Wyman (1974), Mick Jagger (1985) und Charlie Watts (1986) Alleingänge unternommen hatten, ließ auch Keith Richards 1988 sein Solodebüt TALK IS CHEAP folgen. Wohl auch deshalb, weil zu jenem Zeitpunkt die einst innige Beziehung zum Frontmann nicht gerade zum Besten stand: Jagger wollte aktuelle Trends aufgreifen, Richards beharrte auf die Roots.

Als Jagger seine Soloambitionen den Stones vorzog, ging Richards zum Gegenangriff über. In Co-Pro­duktion mit Steve Jordan entstanden die Aufnahmen vom August 1987 bis Mai 1988 im Le Studio in Morin Heights, Quebec, sowie auf Montserrat und Bermuda. Maßgeblich zum Gelingen trug die X-Pensive Winos genannte Band mit Gitarrist Waddy Wachtel, Pianist Ivan Neville, Saxophonist Bobby Keys, Sängerin Sarah Dash sowie Charles Drayton und Steve Jordan an Schlagzeug und Bass bei. Als Gäste wirkten u.a. Patti Scialfa, Mick Taylor, Maceo Parker, Bootsy Collins, Chuck Leavell und The Memphis Horns mit. TALK IS CHEAP geriet zur Rock-Funk-Blues-Soul-Mixtur mit Querverweisen zu den von Richards mitbetreuten Mittsiebziger-Solo-LPs von Ron Wood: Ein Haufen recht mediokrer Songs eines durchschnittlichen Sängers mit der einen oder anderen Ausnahme wie den 45ern ›Take It So Hard‹ und ›Make No Mistake‹.

Zum 30. Ju­­biläum gibt es TALK IS CHEAP als digital optimierte SUPER DELUXE EDITION im Fender-Gitar­ren­koffer-Design: Das Originalalbum sowie sechs bislang unveröffentlichte Bonustracks verteilen sich auf zwei Vinylscheiben sowie zwei CDs. Jeweils als Seven-Inch-Repliken vertreten sind die beiden Singles mitsamt B-Seiten (›I Could Have Stood You‹, ›It Means A Lot‹). Als weitere Überraschungen im Goody Bag dienen ein 80-seitiges Hardcover-Buch mit einem Interview und raren Fotos, ergänzt um Backstageaus­weise, ein Textblatt, Gitarrenplektrum und zwei Poster.

8/10

Keith Richards
TALK IS CHEAP SUPER DELUXE EDITION
BMG/WARNER

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Flashback: ALICE COOPER GOES TO HELL

Vor 45 Jahren erschien ALICE COOPER GOES TO HELL: Nachdem der König des Schockrock 1975 alles auf eine Karte...

Release der Woche: Motörhead – NO SLEEP ‚TIL HAMMERSMITH (40TH ANNIVERSARY)

No sleep ’til Leeds & Newcastle 40 Jahre hat NO SLEEP ’TIL HAMMER­SMITH in diesem Jahr auf dem Buckel, Motörheads...

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

Ob alter Haudegen im Musikbusiness, Schweizer Perle oder altbekannter Rock'n'Roll-Ansatz, diese Woche ist mit Fargo, Ellis Mano Band und...

Fargo – STRANGERS D’AMOUR

Sympathisches Urgestein Zum Trio geschrumpft, präsentieren Fargo um Tausendsassa Peter Knorn mit STRANGERS D’AMOUR nun ihr Nachfolgealbum zur Reunion-Platte CONSTELLATION...
- Werbung -

Buckcherry – HELLBOUND

Die ganze Bandbreite Eigenen Angaben zufolge wollten Buckcherry auf ihrem neuen Album die vielseitige Dynamik einer klassischen Rockplatte einfangen –...

Ellis Mano Band – AMBEDO

Ich liebe es, wenn erfahrene Musiker wissen, wie ein perfekter Song geschrieben, arrangiert und eigespielt wird. Die Schweizer Ellis...

Pflichtlektüre

Review: All Them Witches – DYING SURFER MEETS HIS MAKER

Psychedelic-Blues-Kaleidoskop aus der Berghütte. Viele Bands untersuchten bereits, was bei...

Erster Song aus kommendem Album veröffentlicht

Die Black Star Riders haben ein Lyric-Video zum Titelsong...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen