Review: Carole King – TAPESTRY

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Review: Carole King – TAPESTRY

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carole king tapestryLP-Klassiker des Laurel-Canyon-Sounds im Klappcover.

Carole Kings Karriere startete, als sie, noch blutjung, gemeinsam mit Ehemann Gerry Goffin in New Yorks Broadway-Hitfabriken Evergreens der Highschool-Pop-Ära (u.a. ›Take Good Care Of My Baby‹, ›The Locomotion‹) komponierte. Nach der Scheidung von Goffin suchte King, unterstützt von Freund und Kollege James Taylor, künstlerische Neuorientierung an der Westküste im Singer-Songwriter-Mekka Laurel Canyon: Zuerst erfolglos als Mitglied des Trios The City, dann als Solistin auf Lou Adlers frisch gegründetem Label Ode.

TAPESTRY, die 1971 von Adler mit luftigen Arrangements produzierte zweite Solo-LP, entwickelte sich, angeschoben von der wochenlangen US-Doppel-Nummer-1 ›It’s Too Late‹ und ›I Feel The Earth Move‹, mit 25 Millionen weltweit abgesetzten Exemplaren zum ersten Multiplatin-Verkaufsrenner der Pop-Kultur und nahm die Mittsiebziger-Superlative der Eagles, Peter Framptons und Fleetwood Macs vorweg. Material wie der muntere Shuffle ›Smackwater Jack‹ und der Gospel-Blues ›Way Over Yonder‹ wurde um Introspektives wie ›You’ve Got A Friend‹, ›So Far Away‹ und ›Home Again‹ ergänzt. In aktualisierten Arrangements beigefügt waren die schon als Hits erprobten King-Kompositionen ›Will You Still Love Me Tomorrow?‹ (The Shirelles) und ›(You Make Me Feel Like) A Natural Woman‹ (Aretha Franklin).

TAPESTRY, 1972 mit gleich vier Grammy Awards u.a. in der Kategorie „Album Of The Year“ ausgezeichnet, spiegelte mit seinem poetisch subtil verarbeiteten Drang nach Unabhängigkeit, Freiheit, Gleichheit und Anti-Establishment-Haltung perfekt den Post-Hippie-Zeitgeist wider. Zusätzliche Potenzierung erfuhr Kings Karriere, als James Taylor, dessen Durchbruch mit dem zweiten Soloalbum SWEET BABY JAMES dem von TAPESTRY um etwa ein Jahr vorausging, einen Song coverte und einen US-Nummer-1-Hit damit erzielte: Die Ode ›You’ve Got A Friend‹, ausgekoppelt aus Taylors MUD SLIDE SLIM, entstand parallel mit gleichen Sessionmusikern (u.a. Joni Mitchell, Danny Kortchmar).

Carole King
TAPESTRY
LEGACY/SONY
10/10

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